Spinanga: Wie die Schweizerische Gesellschaft für Angiologie die Gefäßgesundheit in der Praxis stärkt

Die Schweizerische Gesellschaft für Angiologie (Spinanga) ist seit über fünfzig Jahren das zentrale Netzwerk für Fachleute, die sich mit der Diagnose und Therapie von Gefäßerkrankungen beschäftigen. Mit rund 600 Mitgliedern – darunter Ärzt:innen, Chirurg:innen, Radiolog:innen und Pflegefachpersonen – setzt sich die Organisation für evidence-based Medizin ein und fördert den Austausch zwischen Klinik, Forschung und Praxis. Ihr Fokus liegt auf der Prävention, Früherkennung und modernen Behandlung von Arteriosklerose, Gefäßverschlusskrankheiten und peripheren Durchblutungsstörungen. Die Spinanga verbindet nicht nur Experten, sondern auch Patienten mit lokalen und nationalen Initiativen, die die Gesundheitsversorgung im Bereich der Gefäßmedizin verbessern sollen.

Ein zentrales Projekt der Spinanga ist die Förderung von Schulungen und Weiterbildungen für Ärzt:innen und Pflegekräfte. Besonders in ländlichen Regionen, wo Gefäßerkrankungen häufig unterdiagnostiziert werden, organisiert die Gesellschaft Workshops zu innovativen Diagnostikmethoden wie der Duplexsonographie oder der intravasalen Ultraschalluntersuchung. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass auch in abgelegenen Gebieten frühzeitig auf Risikofaktoren wie Hypertonie oder Diabetes eingewirkt werden kann. Zudem unterstützt die Spinanga Studien zu neuen Therapieansätzen, etwa der Endovascularen Therapie bei peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten (PAVK), bei denen minimalinvasive Verfahren die Lebensqualität deutlich verbessern können.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Zusammenarbeit mit Krankenkassen und Versicherern. Die Spinanga setzt sich für eine bessere Abrechnungsgrundlage in der Gefäßmedizin ein, etwa durch die Standardisierung von Diagnose- und Behandlungsprotokollen. Ein konkretes Beispiel ist die Einführung von Qualitätsindikatoren für die Behandlung von akuten Gefäßverschlüssen, bei denen innerhalb von zwei Stunden eine Rekanalisation nötig sein kann. Durch diese Anstrengungen soll sichergestellt werden, dass Patienten in kritischen Situationen nicht länger auf teure, aber auch risikoreiche offene Operationen angewiesen sind.

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Besonders im Blick behält die Spinanga die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gefäßgesundheit. Studien zeigen, dass steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen die Durchblutung in peripheren Gefäßen beeinträchtigen können, was besonders bei älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen problematisch ist. Daher fördert die Spinanga Projekte, die präventive Maßnahmen in der Bevölkerung aufgreifen – etwa durch Aufklärungskampagnen zu Bewegung und Ernährung, die die Gefäßelastizität stärken. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit Sportvereinen, die gezielt Trainingsprogramme für Senior:innen anbieten, die auf die Belastung der Gefäße abgestimmt sind.

Im Bereich der Forschung arbeitet die Spinanga eng mit Universitäten und Kliniken zusammen, etwa an der Universität Zürich oder der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Ein aktuelles Projekt zielt darauf ab, künstliche Intelligenz zur automatisierten Erkennung von Gefäßverengungen in MRT-Bildern einzusetzen. Dies könnte die Diagnostik beschleunigen und gleichzeitig die Fehlerquote senken. Solche Innovationen sind essenziell, um die Versorgung in einem alternden Bevölkerung zu sichern. Gleichzeitig setzt sich die Spinanga für eine bessere Finanzierung von Gefäßkliniken ein, da viele Zentren mit Personalmangel und Unterfinanzierung kämpfen.

Die Spinanga zeigt damit, dass die Gefäßmedizin mehr ist als eine reine Spezialdisziplin: Sie ist ein interdisziplinäres Feld, das Forschung, Praxis und Politik verbindet. Ihr Ansatz ist klar: Durch bessere Ausbildung, moderne Technologien und präventive Strategien soll die Lebensqualität von Patient:innen mit Gefäßerkrankungen deutlich verbessert werden. Wer mehr über die Arbeit der Spinanga erfahren möchte, findet auf www.spinanga-ch.ch/ eine umfassende Übersicht zu ihren Projekten und Mitgliedervorteilen.

  • Seit 2023 hat die Spinanga über 150 Weiterbildungsveranstaltungen für Gefäßspezialist:innen in der Schweiz organisiert.
  • Etwa 40 % der Mitglieder arbeiten in ländlichen Regionen, wo Gefäßerkrankungen häufig unterdiagnostiziert werden.
  • Die Spinanga unterstützt seit 2021 die Einführung von Qualitätsstandards für die Behandlung von akuten Gefäßverschlüssen.
  • Pro Jahr werden durch die Spinanga über 50 Studien und klinische Studien zur Gefäßmedizin gefördert.
  • Die Gesellschaft hat sich zur Zielsetzung gesetzt, bis 2030 die Diagnosezeit für PAVK um 30 % zu verkürzen.

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